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EU-Beitrittskandidaten: Weiterbildung noch ein Fremdwort

In den EU-Beitrittsstaaten ist der Weiterbildungsbereich bisher stark unterentwickelt. Dabei haben gerade ältere Arbeitnehmer einen großen Aufholbedarf bei der Anpassung ihres Wissens an die neuen Strukturen.

Das formale Bildungsniveau der mittel- und osteuropäischen Beitrittskandidaten zur Europäischen Union ist mit dem der bisherigen EU-Mitglieder vergleichbar. Damit sind grundsätzlich gute Bedingungen für einen Aufholprozess der osteuropäischen Länder vorhanden. Im Bereich der Weiterbildung liegt jedoch noch Einiges im Argen: Ende der neunziger Jahre lag die Weiterbildungsbeteiligung der 25- bis 64-Jährigen in der Tschechischen Republik mit 27 Prozent, in Ungarn (18 Prozent) und Polen (14 Prozent) deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 33 Prozent.

Dabei hat der aus dem Übergang zur Marktwirtschaft resultierende Strukturwandel das Humankapital der älteren Arbeitnehmer teilweise entwertet. Das noch zu sozialistischen Zeiten erworbene Wissen konzentrierte sich häufig auf die Bereiche Industrie und Landwirtschaft. Dieses Wissen hält den Anforderungen veränderter Produktionsmethoden und neuer Arbeitsstrukturen nicht immer Stand. Die EU-Beitrittsstaaten sollten daher in den nächsten Jahren ihre Anstrengungen im Weiterbildungsbereich deutlich verstärken, um die Beschäftigungsfähigkeit ihrer älteren Berufstätigen zu erhalten.



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