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Bildung im TestBundesbildungsministerin Bulmahn hat den Startschuss für die Stiftung Bildungstest in Berlin gegeben. Ab sofort wird Stiftung Warentest in einer neu eingerichteten Abteilung den deutschen Weiterbildungsmarkt auf Herz und Nieren prüfen. Für jährlich rund 20 Tests stehen ihr dafür bis Ende 2005 sechs Millionen Euro des Bildungsministeriums und des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung. In der Juli-Ausgabe des Magazins Test wurden pünktlich zum Start schon einmal Internet-Einführungskursen auf den Zahn gefühlt.Die Warenforscher von Stiftung Warentest hatten seit Dezember 2000 ihre Testaktivitäten bereits nach und nach auf den Bildungssektor ausgeweitet. Für die Juli-Ausgabe des Hefts nahmen sie sich neun Internet-Schulungen für Einsteiger vor. Die Angebote hatten einen Umfang von 6 bis 14 Stunden und kosteten zwischen 40 und 280 Euro. Geprüft wurden neben der fachlichen Qualität und der Kompetenz der Dozenten auch die technische und räumliche Ausstattung, die Kursorganisation, die Informationen und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Das Ergebnis war wie so häufig bei Stiftung Warentest: Das billigste Angebot, ein Volkshochschulkurs, war auch das beste. Private Anbieter seien teuer, böten aber im Vergleich zum VHS-Angebot nicht genügend zusätzliche Qualität fürs Geld, so die Prüfer. Der Stiftungsvorstand kündigte für die kommenden zwölf Monate unter anderem Tests von Bewerbungstrainings, arbeitsamtgeförderten Langzeitkursen im kaufmännischen Bereich, Existenzgründerseminaren und Kursen für Wirtschaftsenglisch an. Stiftung Warentest sieht den Nutzen der Bildungstests in erster Linie darin, dass Unternehmen und Privatverbraucher in Zukunft das Preis-Leistungs-Verhältnis von Weiterbildungsangeboten objektiv einschätzen können. Aber auch die Bildungsanbieter selber sollen zu den Gewinnern zählen: Die getesteten Anbieter können positive Ergebnisse zur Vermarktung und negative zur Verbesserung ihres Angebots nutzen. Auch die nicht getesteten Anbieter profitieren nach Einschätzung von Stiftung Warentest, wenn sie die Testergebnisse als Benchmarking-Instrument einsetzen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bezweifelt, dass ein standardisiertes, staatliches Prüfverfahren der Stiftung Bildungstest das geeignete Instrument zur Qualitätsverbesserung in der Weiterbildung ist. Bildung hätte wesentlich mehr zu prüfende Varianten und unberechenbare Faktoren als eine Waschmaschine. Die Stiftung könne nur dann erfolgreich sein, wenn ihre Arbeit konsequent auf Markt und Wettbewerb ausgerichtet werde, so der DIHK. Kriterien für die Beurteilung der Qualität müsse vor allem die Beantwortung der Frage sein, ob die Weiterbildungsangebote vom Markt angenommen würden, ob sie das berufliche Fortkommen und die Integration der Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt förderten. Dies gelte insbesondere für die öffentlich finanzierte berufliche Bildung, die im Wesentlichen von der Bundesanstalt für Arbeit getragen werde. |