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Weiterbildung vom Arbeitsamt – ein Milliardengrab?Ineffizient, ungeeignet, deprimierend – die Beurteilungen über die arbeitsmarktpolitischen Instrumente des Arbeitsamtes fallen harsch aus. Die Bundesanstalt für Arbeit hat im November zum ersten Mal Eingliederungsquoten für ihre Arbeitsförderungsmaßnahmen veröffentlicht. Im Durchschnitt haben nur 44 Prozent der Teilnehmer sechs Monate nach einer solchen Maßnahme einen Job. Der Erfolg von Weiterbildungen liegt mit 43 Prozent noch knapp unter dem Durchschnitt.Die Bundesanstalt für Arbeit bewegt sich, aber langsam. Bisher hat die stark kritisierte Institution nur Verbleibsquoten für ihre arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (ABM - Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Lohnkostenzuschüsse, Weiterbildung) veröffentlicht. Diese Verbleibsquoten zeigen an, wie viele Teilnehmer einer Arbeitsamtsmaßnahme hinterher nicht arbeitslos waren. Nach dieser Statistik waren die Maßnahmen des Arbeitsamtes durchweg erfolgreich – mit dem Schönheitsfehler jedoch, dass nicht unterschieden wurde, ob die Absolventen einen regulären Job gefunden hatten oder einen ABM-Job, ob sie in Rente gegangen waren oder sich vielleicht ganz vom Arbeitsmarkt zurückgezogen hatten. All diese Personengruppen galten in der Statistik als nicht arbeitslos. Die neue Eingliederungsstatistik gibt nun an, wie viele Absolventen von Arbeitsförderungsmaßnahmen tatsächlich eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen. Diese Art der Betrachtung lässt die Aktivitäten des Arbeitsamtes nun in deutlich schlechterem Licht erscheinen. Nicht einmal jeder dritte Teilnehmer einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme hat sechs Monate nach dessen Ende einen Job. Damit stehen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen am untersten Ende der Erfolgsskala. Nur wenig besser sieht es bei den traditionellen Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) aus. Zwei ungeeignete Instrumente, aber der Staat lässt sie sich etwas kosten: 3,6 Mrd. Euro gibt er jährlich für Maßnahmen dieser Art aus.
Weiterbildungsmaßnahmen schneiden nicht viel besser ab: 57 Prozent der Teilnehmer einer arbeitsamtgeförderten Weiterbildung haben nach dieser Maßnahme immer noch keinen Job. Den größten Erfolg hat die Förderung regulärer Beschäftigung, zum Beispiel durch Lohnkostenzuschüsse, Eingliederungszuschüsse oder das SAM-Programm Ost für Wirtschaftsunternehmen. Knapp 70 Prozent der so Geförderten konnten sich sechs Monate nach Maßnahmenende über eine sozialversicherungspflichtige Anstellung freuen. Das Arbeitsamt hat mittlerweile angekündigt, die Eingliederungsquoten für eine Optimierung des Mitteleinsatzes zu nutzen. Mit 1,2 Mrd. Euro stehen für das effektivste Instrument, die Förderung regulärer Beschäftigung, nur vergleichsweise bescheidene Mittel zur Verfügung. Die berufliche Weiterbildung wird vom Arbeitsamt dagegen mit 7 Mrd. Euro gefördert. Sie stellt den größten Ausgabeposten dar – und damit auch den potentiell größten Einsparposten. |