Voraussetzungen für einen erfolgreichen Personalentwicklungsverbund
Für den Erfolg von Kooperationen gibt es kein Patentrezept. Zu unterschiedlich sind die einzelnen Erscheinungsformen. Um einen erfolgreichen Personalentwicklungsverbund entstehen zu lassen, müssen jedoch spezifische Voraussetzungen erfüllt sein. Bedingungen für eine erfolgreiche Kooperation sind hier vor allem:
- Die Chemie muss stimmen
Es wird immer wieder betont, dass für den Erfolg von Kooperationsbeziehungen nicht nur rationale Faktoren eine Rolle spielen, sondern darüber hinaus insbesondere auch personelle, im Bereich der Emotionen der beteiligten Akteure zu suchende Variablen wie Sympathie und gleiche Wertevorstellungen. Beides hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg eines Kooperationsvorhabens, denn Kooperationen hängen wesentlich von der persönlichen Zusammenarbeit und vom gegenseitigen Vertrauen der am Verbund beteiligten Unternehmen ab. Misstrauen und Konkurrenzdenken sind die klassischen Schwierigkeiten bei Kooperationen. Ein Klima, in dem befürchtet werden muss, dass sich einzelne auf Kosten anderer Vorteile verschaffen, kann keinen erfolgreichen Verbund hervorbringen. In einem Personalentwicklungsverbund spielt dieser Faktor eine besondere Rolle. Grund dafür ist in erster Linie, dass eventuell vertrauliche Informationen offengelegt werden müssen, d. h. eine gewisse Diskretion muss gewährleistet sein. Neben den emotionalen Faktoren der einzelnen Akteure ist auch deren individuelle Eignung von Bedeutung, denn so nicht jeder Mitarbeiter ist zwangsläufig geeignet, überbetriebliche Themenstellungen mit anderen Unternehmensvertretern gemeinsam zu bearbeiten. Notwendige individuelle Voraussetzungen sind in diesem Zusammenhang vor allem die Kompromissfähigkeit, die Sozial- und Methodenkompetenz für den Umgang miteinander und die Problemlösekompetenz im Sinne des Kooperationsobjekts. Wichtig ist auch die Fähigkeit, sich auf die anderen Partner einzulassen und sich in ihre Bedürfnisse hinein zu versetzen.
- Gut funktionierende Kommunikation zum Personalentwickler
Personalentwicklung betrifft einen sensiblen Bereich des Unternehmens, deshalb sollte man bei der Auswahl des Partners qualitätsorientiert vorgehen und eine Vertrauensbasis anstreben. Schließlich sind es für das Unternehmen erfolgswirksame Aufgaben, die man in fremde Hände legt. Eine vorschnelle Entscheidung, die hauptsächlich aus Kostengründen gefällt wird, kann die Akzeptanz von Personalentwicklung im Unternehmen und damit den Personalentwicklungsverbund insgesamt gefährden.
- Regionale Nähe
Da für eine zwischenbetriebliche Kooperation in einem Personalentwicklungsverbund die schnelle Verfügbarkeit des Personalentwicklers eine wichtige Bedingung darstellt, sollte die Auswahl von Verbundpartnern hier nicht branchenbezogen, sondern regional erfolgen. Es macht zum Beispiel wenig Sinn, wenn der Personalentwickler für kurze Absprachen lange Anfahrzeiten benötigt. Kurze Wege unterstützen auch das persönliche kennen lernen der Kooperationspartner und sind schon aus diesem Grund für die Abwicklung und den notwendigen Vertrauensaufbau von unschätzbarem Vorteil.
- Kooperationsvertrag
Haben sich Kooperationspartner gefunden, sollte ein ausführlicher Kooperationsvertrag, in dem die Rechte und Pflichten der am Verbund beteiligten Unternehmen beschrieben sind, ausgearbeitet werden. Diese Vereinbarung sollte immer schriftlich erfolgen und auch den Fall regeln, dass ein Partner die Kooperation eines Tages beenden möchte.
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