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Welche Spielregeln für die Zusammenarbeit sollten zwischen den Verbundmitgliedern vereinbart werden?

Ein entscheidender Aspekt für den Erfolg von Unternehmensverbünden ist ein grundsätzliches Vertrauensverhältnis zwischen den Kooperationspartnern. Nur wenn dieses gegeben ist, können sich die Synergieeffekte der Verbundarbeit voll entfalten.

In der Regel ist es so, dass die Unternehmen sich zu Beginn einer Kooperation nicht oder nur wenig kennen und sich ein vertrauensvoller Umgang miteinander erst mit der Zeit aufbaut. Aus der Sicht jedes einzelnen Unternehmens besteht vor allem Unsicherheit in Bezug auf das Verhalten der anderen Verbundunternehmen. Neben einer gemeinsamen Zielstellung können Spielregeln, auf die man sich bereits in einer frühen Phase der Kooperation einigt, Unsicherheiten abbauen und eine Vertrauenskultur fördern helfen. Gerade weil die Mitgliedschaft in einem Unternehmensverbund auf Freiwilligkeit beruht, ist die Sicherstellung eines verlässlichen, kalkulierbaren Verhaltens der Mitglieder wichtig. Neben einer Reihe von zukunftsbeständigen, organisatorischen und rechtlichen Regelungen, z. B. Aufgabenverteilung, Finanzierung, Rechtsformwahl usw., die sinnvollerweise in einem schriftlichen Kooperationsvertrag fixiert werden sollten sind es vor allem „weiche“ Faktoren des Verhaltensbereichs, über die ein Grundkonsens in Form von mündlich oder schriftlich vereinbarten Spielregeln erzielt werden sollte.

Grundsätzliche Kompromissbereitschaft und Konsensfähigkeit sowie Verlässlichkeit der Mitglieder tragen besonders zum Erfolg eines Verbundes bei. Denn im Konfliktfall, vor allem wenn Unternehmen mit stark unterschiedlichen Interessen, Motiven und Wervorstellungen aufeinandertreffen, kommt es sehr auf die Konsensorientierung der Mitglieder an. Diese zeigt sich zum Beispiel daran, dass Unternehmen ihre Motive, Erwartungen, aber auch ihre Befürchtungen, offen äußern und diskutieren, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren bereit sind und ihre eigenen Interessen zurückstellen können, wenn es dem Verbund insgesamt zu Gute kommt. Eine offene Kommunikation setzt allerdings voraus, dass Interna nicht nach außen getragen werden. Weil Personalentwicklung immer auch mit Kultur und Führung zusammen hängt, ist das gegenseitige Vertrauen in diesem Punkt sehr entscheidend und sollte als Spielregel vereinbart werden.

Die Verlässlichkeit der einzelnen Mitgliedsunternehmen zeigt sich zum Beispiel darin, dass vereinbarte Termine wahrgenommen oder frühzeitig abgesagt oder übernommene Aufgaben termingerecht erledigt werden.

Wichtig ist auch, dass alle Unternehmen den Verbund als gerecht empfinden und unabhängig von Größe oder Status prinzipiell gleichberechtigt sind. Eine Schieflage würde zum Beispiel entstehen, wenn nicht alle Unternehmen das gleiche Stimmrecht bei gemeinsam zu treffenden Entscheidungen haben oder wenn einzelne Partner zu dominant auftreten. Auch der umgekehrte Fall, nämlich fehlendes oder zu geringes Engagement einzelner Unternehmen (Trittbrettfahrer) kann auf Dauer zum Mißerfolg des Verbundes führen.

Verbindlichkeit im Verhalten zeigt sich schließlich daran, ob sich die Unternehmen an die gemeinsam vereinbarten Spielregeln halten.

Bei der Einwicklung und Vereinbarung von Spielregeln sind folgende wichtige Punkte zu beachten:
  • Die Verbundpartner sollten die Regeln selber erarbeiten, denn von außen aufgedrängte Regeln werden oft nicht eingehalten und gelebt. Ein hinzu gezogener Moderator sollte diesen Prozess nur moderieren und begleiten.
  • Spielregeln, die zu Beginn der Verbundarbeit aufgestellt werden, müssen nicht für alle Zeiten bestehen. Vielmehr sollten sie mit wachsender Verbunderfahrung dem sich erst später abzeichnenden Regelungsbedarf angepasst werden und somit einfach umsetzbar und veränderbar sein.
  • Erst im Verlauf der Zusammenarbeit wird sich zeigen, ob und in welchem Maße die vereinbarten Regeln wirklich eingehalten werden. Bei wiederholtem Nichteinhalten von Spielregeln müssen entweder die Spielregeln überprüft werden, oder es entsteht weiterer Regelungsbedarf in bezug auf mögliche Sanktionsmaßnahmen.
  • Spielregeln sollen allen Beteiligten helfen, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und das Verhalten der Partnerunternehmen zu harmonisieren. Sie sollen eine Hilfe für die Zusammenarbeit sein und kein fest geschriebener Katalog von Verhaltensweisen, in der die Verbundarbeit zu erstarren droht.
 
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