Welche Möglichkeit eines (Verbund-)unternehmensübergreifenden Wissensmanagements gibt es?
Die Teilnahme an einem Personalentwicklungsverbund stellt einen entscheidenden Schritt in Richtung Wissensmanagement dar, da sie den Zugriff auf relevantes Wissen der anderen Verbundunternehmen ermöglicht. Doch auch über diesen unmittelbaren Zugang an Wissen hinaus trägt die Kooperation mit anderen Unternehmen zum Wissensmanagement bei: Die Konfrontation mit fremden Sichtweisen und anderen Perspektiven der Verbundteilnehmer erleichtert es, das eigene Unternehmen mit anderen Augen - quasi von außen - zu betrachten und vermeintlich selbstverständliche Abläufe und Methoden kritisch zu überprüfen.
Möglichkeiten eines (Verbund-)unternehmensübergreifenden Wissensmanagements sind zum Beispiel:
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Regelmäßige Treffen der Führungskräfte: Informelle Treffen dieser Art ermöglichen einen unbürokratischen Wissensaustausch. Die Vertreter der beteiligten Unternehmen begegnen einander persönlich und tauschen - vielfach ohne dass es ihnen explizit bewusst ist - in informellen Kontakten wertvolles Wissen aus. Es ist zwar ein Nachteil informeller Kommunikation, dass deren Ergebnisse, also das ausgetauschte Wissen, zunächst nirgendwo dokumentiert ist. Dies stellt jedoch eine Herausforderung an ein Wissensmanagement dar, mindert aber nicht die Bedeutsamkeit informeller Kontakte für den Wissensaustausch zwischen den Unternehmen.
- Personalausleihe: Unternehmensübergreifende job-rotation Systeme unterstützen den Wissenstransfer zwischen den kooperierenden Unternehmen. Darüber hinaus hat die Personalausleihe auf den unteren Qualifizierungsebenen auch den Vorteil, dass Auftrags- und Auslastungsschwankungen ausgeglichen und eine effizientere Betriebsauslastung über Firmengrenzen hinweg erzielt werden kann (Peak-Management). Doch auch bei höher qualifizierten Mitarbeitern macht die Personalausleihe Sinn, sofern sich im Personalentwicklungsverbund Unternehmen der gleichen Branche zusammengeschlossen haben. In diesem Fall ermöglicht der überbetriebliche Personalaustausch einen Know-how-Transfer und die Beschleunigung und Optimierung von Innovationsprozessen, wodurch die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten KMU nachhaltig erhöht werden kann.
- Betriebsübergreifende Arbeitsgruppen: Bei dieser Form des unternehmensübergreifenden Wissensmanagements werden ausgewählte Kompetenzen aus einem bestimmten Bereich gebündelt und Kenntnisse ausgetauscht. Dadurch werden Gewohnheiten, die schon lange nicht mehr hinterfragt wurden, augenfällig. Aus der gemeinsamen Arbeit können sich somit wertvolle Verbesserungsvorschläge und effektive Lernprozesse für die beteiligten Betriebe ergeben, weil sich zum Beispiel in der Zusammenarbeit erweist, dass ein Kooperationspartner längst weit effektivere Verfahren entwickelt hat. Infolge eines derartigen Know-how-Transfers kann ein Kooperationspartner zum Berater des anderen werden.
- Unternehmensübergreifende Wissenslandkarten: Unternehmensübergreifende Wissenslandkarten (yellow pages) dienen den Mitarbeitern der einzelnen Verbundunternehmen als Wegweiser zu den für ihre Arbeit relevanten Wissensträgern. Große Unternehmen führen und pflegen derartige Verzeichnisse üblicherweise im Intranet. Aber auch Verzeichnisse in Papierform erfüllen ihre Aufgabe für das Wissensmanagement. So können auf einer Liste oder in Form einer kleinen Datenbank Ansprechpartner und Experten der Verbundunternehmen zu bestimmten Themen festgehalten werden (zum Beispiel: Unternehmen A hat bereits Erfahrung in der Einführung von Gruppenarbeit gesammelt, Unternehmen B hat flexible Arbeitsformen eingeführt usw.). Voraussetzung ist allerdings, dass die Verzeichnisse - welcher Form sie auch sind - fortlaufend aktualisiert werden. Bei dieser Aufgabe kann auch der in den Unternehmen tätige Personalentwickler behilflich sein.
Doch so sehr die Teilnahme an einem Personalentwicklungsverbund auch Möglichkeiten auf dem Gebiet des überbetrieblichen Wissensmanagements eröffnet - ganz ohne kompetente Beratung werden KMU nur in Ausnahmefällen in der Lage sein, ein stimmiges und praktikables Konzept für ihr Wissensmanagement zu entwickeln. Zu groß ist in aller Regel der Zeitdruck und zu gering das Know-how und die Erfahrungen im eigenen Hause. Externe Unterstützung hilft - zumindest in der Anfangsphase - dabei, das eigene Unternehmen und den Stand seines Wissensmanagements besser einzuschätzen, ohne Betriebsblindheit Wissenslücken zu identifizieren und gezielt und mit Sachkenntnis realisierbare Verbesserungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Auch hier kann der gemeinsame Personalentwickler behilflich sein.
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