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Proregio-Glossar zum Thema „Personalentwicklung im Verbund“

Das Glossar liefert kurze Beschreibungen von Begriffen rund um Personalentwicklung und Verbundarbeit.


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A

Anschubfinanzierung
Anfängliche Förderung eines längerfristigen Vorhabens durch öffentliche Gelder. Typisch für die Initiierungsphase eines Unternehmensverbundes sind hohe zeitliche und finanzielle Aufwendungen, denen zunächst kein messbarer Nutzen gegenübersteht: Verbundpartner müssen gefunden sowie Ziele und Rahmenbedingungen ausgehandelt werden. Für die zeit- und kostenintensive Aufbau- und Anlaufphase des Verbundes können Verbundinitiatoren beim Staat Fördermittel beantragen, sofern es entsprechende Programme gibt. Eine solche Anschubfinanzierung ist auch über andere Geldquellen wie zum Beispiel Sponsoren möglich.

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B

Bildungsbedarfanalyse
Systematische Erfassung des Bildungsbedarfs von Beschäftigten. Sie kann auf verschiedene Weise durchgeführt werden, zum Beispiel durch die Befragung der Zielgruppe mittels Fragebogen oder durch Workshops).

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C

Controlling
Controlling besteht in der laufenden Überwachung und Anpassung von Aktivitäten im Hinblick auf vorgegebene Pläne und Standards. Insofern handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess, der den Charakter eines Lernprozesses hat. Bei einem Verbundprojekt beginnt das Controlling bereits mit der Initiierung. Durch die kontinuierliche Erhebung vereinbarter, möglichst messbarer Kennzahlen und Indikatoren werden positive und negative Entwicklungen frühzeitig sichtbar gemacht. Auf diese Weise können Schwachstellen in der Zusammenarbeit aufgedeckt und Maßnahmen zur Korrektur von Fehlentwicklungen eingeleitet werden. s. Verbundprojekt

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E

Evaluation
Aufwand-Nutzen-Überprüfung und -Bewertung. Die Evaluation von Bildungsmaßnahmen betrifft verschiedene Felder wie Planung, Prozess, Ergebnis und Transfer. Sie kann unter pädagogisch-psychologischen sowie unter ökonomischen Gesichtspunkten vorgenommen werden.

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F

Fachkompetenz
Fähigkeit und Bereitschaft, die berufstypischen Aufgaben fachgerecht, selbständig und eigenverantwortlich zu bewältigen. Zur Fachkompetenz gehören: fachliche Fertigkeiten und Kenntnisse, Erfahrungen, Verständnis fachspezifischer Fragestellungen und Zusammenhänge sowie die Fähigkeit, fachliche Probleme technisch einwandfrei und zielgerecht zu lösen.

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H

Handlungskompetenz
Unter Handlungskompetenz wird die Fähigkeit verstanden, aufgabengemäß, zielgerichtet, situationsbedingt und verantwortungsvoll betriebliche Aufgaben zu erfüllen und Probleme zu lösen, und zwar - je nach arbeitsorganisatorischen Gegebenheiten und Erfordernissen - entweder allein oder in Kooperation mit anderen. Handlungskompetenz bedingt insbesondere: s. Fachkompetenz, s. Methodenkompetenz, s. Sozialkompetenz

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K

Kernkompetenz
Als Kernkompetenz wird die Kompetenz eines Unternehmens verstanden, die direkt zur eigentlichen Wertschöpfung beiträgt. Sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren, bedeutet für ein Unternehmen, schwerpunktmäßig solche Tätigkeiten auszuführen, die direkt zum Erreichen des Unternehmensziels beitragen, sowie das entsprechende betriebliche Know-how auszubauen und weiterzuentwickeln.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
Kleine und mittlere Unternehmen werden sehr unterschiedlich definiert. Für die Vergabe von Fördermitteln definiert die EU in ihren Förderrichtlinien KMU wie folgt: Unternehmen mit maximal 50 (kleine Unternehmen) bis 250 Beschäftigten (mittlere Unternehmen) mit einem maximalen Umsatz per anno von 7 Millionen Euro (kleine Unternehmen) bis 40 Millionen Euro (mittlere Unternehmen) und mit einer maximalen Bilanzsumme von 5 Millionen Euro (kleine Unternehmen) bis 27 Millionen Euro (mittlere Unternehmen). Außerdem müssen mindestens 75% der Firmenanteile im Besitz des Unternehmens sein, d. h. Großunternehmen oder Konzerne dürfen eine Beteiligung von maximal 25% an dem Unternehmen aufweisen.

Konzentration
Von einer Kooperation zu unterscheiden ist die Konzentration, deren Hauptmerkmal die Unterordnung der zusammengeschlossenen Unternehmen unter eine einheitliche Leitung ist. Die rechtliche Selbständigkeit der Unternehmen bleibt erhalten, die wirtschaftliche Selbständigkeit ist jedoch ganz oder teilweise aufgehoben. Wird bei dem Zusammenschluss auch die rechtliche Selbständigkeit aufgegeben, so dass nur noch eine rechtliche Einheit existiert, spricht man von einer Fusion. s. Kooperation

Kooperation
Unter einer Kooperation wird eine zweckorientierte Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehr Unternehmen zur gemeinsamen Erreichung eines oder mehrerer Ziele verstanden. Die wirtschaftliche und rechtliche Unabhängigkeit der Unternehmen bleibt bei einer Kooperation weitgehend erhalten. In der Praxis finden sich zum Terminus Kooperation synonyme Begriffe wie zum Beispiel strategische Allianz, Joint Venture oder strategisches Netzwerk. s. Netzwerk

  • horizontale Kooperation
    Bei der horizontalen Kooperation schließen sich Unternehmen der gleichen Stufe einer Wertschöpfungskette und der gleichen Branche zusammen. Dies sind in der Regel Konkurrenzunternehmen. Zweck des Zusammenschlusses kann sein: die Ausschaltung der bisher bestehenden Konkurrenz zwischen den zusammengeschlossenen Unternehmen, eine verbesserte Marktstellung gegenüber Kunden und Lieferanten, die gemeinsame Koordinierung bzw. Durchführung bestimmter betriebswirtschaftlicher Funktionen wie gemeinsame Ressoucenbeschaffung oder ein gemeinsames Marketing.

  • vertikale Kooperation
    Bei der vertikalen Kooperation arbeiten Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette zusammen (zum Beispiel eine Kooperation mit Zulieferbetrieben und Kunden). Ziele vertikaler Kooperationen sind vor allem die Kosten- und Zeitersparnis aufgrund eines schnelleren Informationsflusses und/oder besser aufeinander abgestimmte Abläufe zwischen den Unternehmen (zum Beispiel bei der Konstruktion von Bauteilen). Vertikale Kooperationen entlang einer Wertschöpfungskette haben in der industriellen Produktion oft die Realisierung eines gemeinsamen Qualitätsmanagements zum Ziel.

Kooperationsvertrag
Schriftlicher oder mündlicher Vertrag, der die Rechte und Pflichten der Kooperationspartner sowie wichtige Rahmenbedingungen einer Kooperation regelt. Diese können beispielsweise sein: interne Leistungsverrechnung, Haftungsregelungen gegenüber Dritten, Finanzierungsmodalitäten, Austritt aus der Kooperation, Aufnahme neuer Kooperationsmitglieder usw.. Je längerfristiger und enger die Kooperation, desto wichtiger ist das Abschließen eines Vertrages zwischen den Kooperationspartnern. s. Kooperation

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M

Maßgeschneiderte Qualifizierung
Qualifizierungsform, die in enger Abstimmung mit dem Unternehmen und den betrieblichen Beteiligten konzipiert und durchgeführt wird. Hierzu zählen sowohl Weiterbildungsmaßnahmen zu bestimmten Inhalten (Qualifizierung im engen Sinne) als auch zusätzliche Dienstleistungen wie eine systematische Bildungsbedarfsanalyse, Maßnahmen zur Transfersicherung und Erfolgsermittlung sowie – je nach Bedarf – auf das Unternehmen zugeschnittene Beratungs- und Unterstützungsleistungen (Qualifizierung im weiten Sinne). s. Bildungsbedarfanalyse

Methodenkompetenz
fachübergreifende Qualifikation; Fähigkeit und Bereitschaft, Mittel und Wege zur erfolgreichen Aufgabenbewältigung zu kennen und anzuwenden. Hierzu zählt vor allem, Probleme zu erkennen und mit Hilfe von geeigneten Strategien selbständig zu lösen. Zur Methodenkompetenz gehören z.B. Strategien zur Informationsbeschaffung, Arbeitsplanung, Arbeitsstil, Anpassungsfähigkeit, Problemlösungs- und Kreativitätstechniken. s. Schlüsselqualifikationen

Mitarbeiterpotenzial
Gesamtheit aller Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten eines Mitarbeiters, die für seine Leistung oder sein Leistungsvermögen relevant sind und die für ein Unternehmen nutzbar gemacht werden können. Eine gute Kenntnis des Mitarbeiterpotenzials ist eine wesentliche Grundlage für zielgerichtete Personalentwicklung. Für die Ermittlung des Mitarbeiterpotenzials gibt es eine Reihe unterschiedlicher Verfahren, von denen das bekannNeue das Assessment-Center ist. s. Personalentwicklung

Moderationstechnik
Methode zur Strukturierung und Steuerung von Diskussionen, zur Aktivierung von Teilnehmern, zur Sammlung und Visualisierung von Ideen, Vorkenntnissen, Erfahrungen und Wünschen und zur Präsentation von Ergebnissen. Zu den wichtigsten Hilfsmitteln zählen Flipcharts, verschiedenfarbige Karten, Klebepunkte und Filzstifte.

Multiplikator
Als Multiplikator werden Personen oder Personengruppen bezeichnet, die aufgrund ihres Bekanntheitsgrades oder ihrer gesellschaftlichen/politischen Stellung geeignet sind, bestimmte Informationen einem größeren Personenkreis zugänglich zu machen.

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N

Netzwerk
Die Begriffe Netzwerk und Verbund werden oft synonym verwandt. Von Netzwerk wird vor allem im Zusammenhang mit der informationstechnologischen Vernetzung gesprochen. s. Verbund

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O

Organisationsentwicklung
Unter Organisationsentwicklung versteht man einen längerfristig angelegten, organisationsumfassenden Prozess zur Entwicklung und Veränderung von Organisationen oder der in ihnen tätigen Menschen. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Organisation und die Qualität des Arbeitslebens zu verbessern.

Outsourcing
Auslagerung von Unternehmensbereichen und -leistungen, die nicht zum betrieblichen Kerngeschäft gehören. Für viele Unternehmen kann es effizienter sein, sich auf die Kernkompetenzen zu konzentrieren und "Rand"-Aufgaben nach außen zu delegieren.

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P

Personalentwicklung
Unter dem Begriff Personalentwicklung werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die darauf abzielen, bestehende Mitarbeiterqualifikationen zu erweitern und/oder zu vertiefen und/oder neue Qualifikationen zu vermitteln. Die geplante Fort- und Weiterbildung wird dabei als Kern der Personalentwicklung (Personalentwicklung im engen Sinne) verstanden. Im weiten Sinne lassen sich auch Aufgaben wie die systematische Bildungsbedarfsanalyse, die Unterstützung bei der Personalauswahl, die Durchführung von Potenzialanalysen oder das Erstellen von Laufbahnkonzepten darunter fassen. Eine systematische Personalentwicklung trägt langfristig zur Sicherung des Unternehmenserfolgs bei, wenn sie eng an die Unternehmensziele angelehnt ist. s. Bildungsbedarfanalyse

Personalentwicklungsverbund
s. Verbund

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S

Schlüsselqualifikationen
Auch extra-funktionale bzw. fachübergreifende Qualifikationen; Schlüsselqualifikationen ergänzen und erweitern fachliche Qualifikationen und können nur gemeinsam (integriert) mit diesen entwickelt und gefördert werden. Hierunter fallen methodische Qualifikationen (Arbeitsmethoden) und soziale Qualifikationen (Kommunikations- und Teamfähigkeit). s. Sozialkompetenz , s. Methodenkompetenz

Sozialkompetenz
fachübergreifende Qualifikation; Sozialkompetenz bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, „konstruktiv mit sich und anderen umzugehen“. Dazu gehört insbesondere die Fähigkeit, in Problemsituationen konstruktiv miteinander umzugehen und an der Realisierung gemeinsamer Ziele mitzuwirken. s. Schlüsselqualifikation

Synergieeffekt
Materieller oder immaterieller Mehrwert, der sich aus der Zusammenarbeit mit anderen ergibt. In einem Personalentwicklungsverbund entstehen Synergieeffekte für die Unternehmen durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und durch überbetriebliches Lernen voneinander (Erfahrungsaustausch).

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U

Unternehmensverbund
Kooperation mehrerer Unternehmen mit dem Ziel, bestimmte Vorhaben gemeinschaftlich anzugehen, um Kosten zu sparen und voneinander zu profitieren. Ziel eines Unternehmensverbundes im Zusammenhang mit betrieblicher Weiterbildung kann z. B. sein, sich die Kosten für Qualifizierung und Beratung zu teilen.

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V

Verbund
Ein Verbund ist je nach Art und verfolgtem Ziel ein mehr oder weniger enger Zusammenschluss mehrerer Unternehmen oder Organisationen zum gemeinsamen Erreichen eines selbstgesteckten Ziels. Typisch für einen Verbund ist der regelmäßige Kontakt untereinander bzw. der zwischenbetriebliche Informationsfluss

  • Personalentwicklungsverbund
    Zwischenbetriebliche Kooperation auf dem Gebiet der Personalentwicklung, die vor allem für KMU vorteilhaft ist: Durch den gemeinsamen Zugriff und die gemeinsame Finanzierung eines oder mehrerer externer Personalentwicklungsprofis erhalten die Verbundunternehmen kostengünstige, auf ihren spezifischen Bedarf zugeschnittene Personalentwicklung, ohne eigenes Know-how aufbauen zu müssen. Sie können sich so auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Hinzu kommen die typischen Vorteile eines Verbundes in Form von Synergieeffekten. s. Kernkompetenz, s. KMU, s. Kooperation, s. Personalentwicklung, s. Synergieeffekt


  • Verbundbeteiligte
    Sämtliche Personen, Organisationen und Unternehmen, die Mitglied eines Verbunds sind. Dies können – je nach Verbundart – Einzelpersonen, Unternehmen, Bildungs- und/oder Beratungsorganisationen oder andere Einrichtungen sein. s. Verbund


  • Verbundprojekt
    Zeitlich befristetes Vorhaben, das durch gemeinsame Arbeit in einem Verbund erreicht werden soll. s. Verbund
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Z

Ziel-2-Gebiet
Die Ausweisung von Ziel-2-Gebieten erfolgt EU-weit und ergibt sich aus der Analyse wichtiger ökonomischer Strukturindikatoren, wie zum Beispiel Wachstum, Produktivität, Beschäftigungsentwicklung, Selbständigenquote, KMU-Anteil und FuE-Intensität. Es handelt sich bei den Ziel-2-Gebieten durchweg um Städte und Gemeinden bzw. Regionen, die vom strukturellen Wandel in besonderer Weise betroffen sind und deshalb für förderwürdig erachtet werden. Betroffen sind Industriegebiete sowie ländliche, städtische und von der Fischerei abhängige Gebiete. Die gegenwärtige "Gebietskulisse" gilt von 2000-2006. Ziel aller Förderprogramme ist die Schaffung und Sicherung bestehender Arbeitsplätze durch die Verbessung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit. s. KMU

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