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WeReo-Infobriefe

Grundregeln für Führen mit Zielen

Führen mit Zielen ist eine wirksame Führungstechnik, bei der die Aufgabe für Führungskräfte lautet, dafür zu sorgen, dass bestimmte Mitarbeiter bestimmte Ziele haben. Diese Ziele können vereinbart oder vorgegeben werden, wobei vereinbarte Ziele mehr Motivation, mehr Verpflichtung und mehr Verantwortlichkeit bewirken als vorgegebene Ziele. Für die Wirksamkeit von Führen mit Zielen ist darüber hinaus die Beachtung einiger im folgenden kurz skizzierter Grundregeln wichtig:

Übersicht über den grundlegenden Kurs des Unternehmens

Wenn Mitarbeiter gute Ziele erarbeiten sollen, sollten sie über die grundsätzliche Richtung der Unternehmenspolitik und die Prioritäten für die folgende Geschäftsperiode informiert sein. Ob man dies schriftlich oder mündlich macht, hängt im wesentlichen von der Unternehmensgröße ab. Eine mündliche Vorgehensweise ist in der Regel motivierender, eine schriftliche präziser. Wenn möglich, sollte man beides machen.

Genügend Zeit

Mitarbeiter benötigen Zeit, um die Konsequenzen aus dem grundlegenden Kurs des Unternehmens für ihren eigenen Verantwortungsbereich zu durchdenken. Die wichtigste Frage in dieser Phase lautet: “Worin besteht der Beitrag, den ich und mein Verantwortungsbereich zu diesen Prioritäten leisten können?”

Wenige Ziele

Zielvereinbarungen sind eine Gelegenheit, sich zu konzentrieren und Kräfte zu fokussieren. Daher sollten möglichst wenige Ziele formuliert werden.

Anspruchsvolle Ziele

Man sollte zwar wenige, dafür aber anspruchsvolle Ziele formulieren. Wenn Mitarbeiter zu kleine Ziele verfolgen, nehmen sie diesen niedrigen Leistungsstandard auf Dauer als üblich und richtig an. Besser ist es, Zielvereinbarungen als Gelegenheit zur Entwicklung des Leistungspotentials zu nutzen.

Systematische “Müllabfuhr”

Organisationen sind häufig mit Tätigkeiten überfrachtet, die nur noch aus Gewohnheit gemacht werden, aber keine Wertschöpfung mehr bringen. Daher ist es günstig, nicht nur Ziele festzuhalten, die man erreichen will, sondern auch solche, die man aufgeben möchte.

Quantifizierung

Ziele sollten, wo immer möglich, quantifiziert werden. Dies sollte jedoch nicht dazu führen, dass nicht oder nur schwer quantifizierbare Ziele ausgeklammert werden. Auf jeden Fall sollte die Zielformulierung aber präzise sein. Die leitende Frage lautet: “Wie und woran erkenne ich am Ende der Periode, ob das Ziel erreicht wurde?” Außerdem sollte jedes Ziel mindestens auf der Zeitachse quantifiziert werden.

Ressourcen

Um zu realistischen Zielen zu kommen, sollten auch die notwendigen Ressourcen beachtet werden. Erst beim Durchdenken, welche Mittel man braucht und welche Maßnahmen eingeleitet und durchgeführt werden müssen, stellt sich heraus, ob ein Ziel überhaupt realistisch ist. Dies ist insbesondere bei Zielen empfehlenswert, die aus sich heraus mit Begeisterung verbunden sind. Unter dem Eindruck solcher Ziele sind Menschen häufig unrealistisch.

Quelle: Malik, F. (1996). Zielvereinbarungen. In: H. J. Bullinger und H. J. Warnecke (Hrsg.), Neue Organisationsformen im Unternehmen. Ein Handbuch für das moderne Management. Berlin: Springer.


 
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