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Zwei
Formen von Beratungsansätzen: Experten- und Prozessberatung
Schon
an den verschiedenen Umschreibungen von Beratung wie Hilfestellung,
Unterstützung oder Anregungen wird
deutlich, dass Beratung sehr unterschiedliche Formen annehmen kann.
Es hat sich jedoch eingebürgert, zwei grundsätzliche
Beratungsansätze zu unterscheiden: die Experten- und die
Prozessberatung.
Die
Expertenberatung ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Organisation
ein Problem an einen Berater oder ein Beraterteam delegiert und dann
einen Lösungsvorschlag erwartet. Hierbei kann es sich zum
Beispiel um Vorschläge zur Lösung bestimmter EDV-Probleme
handeln, wobei es dann die Aufgabe des Beraters wäre, eine
EDV-Lösung zu entwickeln. Andere Anlässe für Beratung
können Probleme der Organisationsstruktur oder des
Organisationsklimas bilden, wobei dann auch hier von dem Experten
konkrete Lösungen erwartet werden. Allerdings kann auch die
Expertenberatung immer nur Vorschläge machen. Erst der
Auftraggeber entscheidet, ob und inwieweit er diese aufnehmen möchte.
Ausgangspunkt
für die Prozessberatung sind ebenfalls Probleme innerhalb der
Organisation, zu deren Lösung ein Berater oder Beraterteam
herangezogen wird. Im Gegensatz zur Expertenberatung liefert der
Berater jedoch keine Lösungsvorschläge. Vielmehr wird ein
Lösungsvorschlag von den Betroffenen in der Organisation selbst
erarbeitet. So kann zum Beispiel ein Berater ein Team dabei
unterstützen, Reibungspunkte zu erkennen und dafür selbst
Abänderungen zu entwickeln. Prozessberatung bedeutet demnach,
dass kein Vorschlag von außen gegeben wird. Ziel ist es
vielmehr, dass die Beteiligten selbst Lösungen finden, und die
Aufgabe des Beraters ist es, diesen Prozess zu begleiten.
Expertenberatung
ist das, was Auftraggeber in vielen Fällen erwarten, und
Expertenberatung ist auch das, was die meisten Berater versprechen:
Sie bieten eine Lösung für ein bestimmtes Problem an. Die
Erfahrungen mit Expertenberatung zeigen jedoch, dass dieses Vorgehen
keineswegs immer erfolgreich ist. Dieses Modell funktioniert nur,
wenn der Auftraggeber das Problem konkret bestimmt hat und es auch
korrekt an den Berater kommunizieren kann. Doch gerade diese
Voraussetzungen sind häufig nicht gegeben, so dass in diesen
frühen Phasen des Beratungsprozesses eher eine Prozessberatung
angezeigt ist. In späteren Phasen des Beratungsprozesses, wo es
darum geht, verschiedene Möglichkeiten der Problemlösung
(z. B. verschiedene Formen der Organisationsgestaltung) mit allen
Vor- und Nachteilen darzustellen, kann die Expertenberatung
demgegenüber durchaus sinnvoll sein.
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