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WeReo-Infobriefe



Empfehlungen von Unternehmen für Unternehmen: Was ist bei der Einführung von Projektmanagement zu beachten?


Bei einem Erfahrungsaustausch der drei WeReo-Modellunternehmnen im Raum Herford, bei dem Erfolge, aber auch "Stolpersteine" und Probleme im Projektverlauf angesprochen wurden, sprachen die Unternehmensvertreter folgende Empfehlungen für die Einführung von Projektmanagement aus:

Die Einführung von Projektmanagement sollte thematisch nicht "zu hoch aufgehängt" werden. Das bedeutet, das ein überschaubares Projekt gewählt werden sollte, dessen Erfolg gut sichtbar und messbar ist, wie zum Beispiel die Entwicklung eines neuen Produktes.


Um Projektmanagement erfolgreich einzuführen, sind Vorerfahrungen der Beteiligten mit der Arbeit in Arbeitsgruppen vorteilhaft. Ungünstig ist es dagegen, wenn bei einzelnen Projektteammitgliedern eher Einzelkämpfer-Mentalität vorherrscht.


Für die erfolgreiche Einführung von Projektmanagement ist eine professionelle externe Unterstützung wichtig. Besonders dann, wenn bisher keinerlei Erfahrungen in Projektarbeit gemacht wurden, sind sonst die Projektfortschritte und damit zumeist auch die Motivation der Beteiligten eher gering. "Das zusätzliche Geld für einen Professionellen lohnt sich".


Man sollte nicht zu viele Projekte gleichzeitig und/oder zu komplexe Projekte bei noch fehlender Projekterfahrung angehen, da ansonsten die Gefahr besteht, sich zu verzetteln.


Projektarbeit ist in vielen KMU gleichbedeutend mit Mehrarbeit, weil sie meistens zusätzlich zum Tagesgeschäft durchgeführt wird. Dies kann zu Widerständen führen, sofern die Beteiligten keine hohe persönliche Motivation, d. h. "Spaß an der Sache" mitbringen. In diesem Fall sollten andere Motivationsanreize geschaffen werden. Anreize zu motivierter Mitarbeit reichen von einer guten Kommunikation der Bedeutung und Vorteile des Projektes bis hin zu finanziellen oder sonstigen Anreizen.


Zur Feststellung der persönlichen Motivation sollten zu Beginn eines Projekts die Interessen der Beteiligten geklärt werden. Wichtig ist es außerdem, diese mit den Unternehmenszielen abzugleichen. (So kam es zum Beispiel in einem Modellbetrieb zu Problemen durch die Dominanz eines Projektleiters, der sich mit dem Projekt profilieren wollte).


Es reicht nicht aus, im Rahmen von Projektarbeit die Verantwortung an die Mitarbeiter zu delegieren. Diese müssen erst lernen, mit der Verantwortung auch umzugehen. So neigen Mitarbeiter zunächst häufig dazu, Verantwortung zurückzudelegieren.


Bei Projektarbeit ist die richtige Zusammensetzung des Projektteams wichtig. Hier sollten neben den fachlichen Auswahlkriterien auch gruppendynamische Aspekte berücksichtigt werden.


Das Projektteam sollte sich in einem bestimmten Turnus treffen. Damit man bei diesen Treffen nicht immer wieder von vorne anfängt, sollten die Abstände dabei nicht zu groß gewählt werden. Dabei gilt: Lieber regelmäßig und kurz als gar nicht!


"Hausaufgaben", die sich aus den Treffen des Projektteams ergeben, sollten konsequent ausgeführt werden. Günstig dafür sind kurze Ergebnisprotokolle, die bei den einzelnen Treffen durchgegangen werden.


Gerade für KMU besonders wichtig: Klare Prioritäten setzen. Dringende Kundenaufträge haben in der Regel Vorrang, führen aber zwangsläufig zu terminlichen Verschiebungen. Wichtig für den Projekterfolg ist z.B. die Orientierung an unumstößlichen Endterminen.


Eine Erfolgsmessung durch Kriterien wie "Umsatzgewinne" oder "Imagezuwachs" wäre wünschenswert. Sie ist aber nicht bei allen Projekte möglich (z. B. EDV-Projekt).


 
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