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WeReo-Infobriefe

Unternehmenskultur: Erfolgsfaktor bei der Einführung von Wissensmanagement

Betriebliche Veränderungen gelingen dann am besten, wenn die Mitarbeiter die neuen unternehmerischen Wertvorstellungen und Denkweisen verstehen und mittragen. Dies gilt auch für die Einführung von Wissensmanagement im Betrieb.

Zu diesen Ergebnissen kommt die neueste Benchmarkingstudie zum aktuellen Nutzungs- und Reifegrad von Methoden des Wissensmanagements, die das Informationszentrum Benchmarking (IZB) am Fraunhofer IPK durchgeführt hat. Die Ergebnisse dieser Befragung zeigen, dass Unternehmen, die bei der Einführung von Wissensmanagement die Informationstechnologie in den Vordergrund rückten, einen vergleichsweise geringen Erfolg hatten. Vielmehr scheinen die Aspekte der Unternehmenskultur die erfolgreiche Einführung von Wissensmanagement am stärksten zu beeinflussen.

Bei Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) wird die Unternehmenskultur meist stark durch die Unternehmensgründer und die Unternehmensführung geprägt. Somit liegt der Schlüssel zum Erfolg bei KMU vor allem in ihren Händen. Wenn sie förderliche Verhaltensweisen vorleben, lässt sich Wissensmanagement erfolgreich aufbauen.

Wesentlich ist dabei vor allem das Gewähren von Zeit für den Erfahrungsaustausch. Hier gibt es bereits unkonventionelle Lösungen, die von Pionieren des Wissensmanagements erfolgreich praktiziert werden: So nutzt ein Unternehmen die Mittagspausen, um den Erfahrungsaustausch zu fördern. In dieser Zeit stellen Mitarbeiter ihren Kollegen im Wochenrhythmus zum Beispiel neue Softwareprogramme, veränderte Dienstleistungsangebote oder allgemein die Aufgaben ihrer Abteilung vor. Die Teilnahme ist freiwillig, und das Unternehmen sponsert nur das Mittagssandwich. Personalleitung und Abteilungsleiter legen gemeinsam den Veranstaltungsplan im Hinblick auf den Informationsbedarf der Mitarbeiter und die Erfordernisse des Unternehmens für die kommenden Monate fest. Durch dieses Vorgehen wird die Transparenz und das Verständnis für Unternehmensabläufe und die Funktionen einzelner Abteilungen geschaffen. Wissen wird in seinem jeweiligen Kontext kommuniziert und nüchterne Beschreibungen mit Leben gefüllt.

Dieses Beispiel zeigt, dass Wissensmanagement auch für KMU realisierbar ist und nicht unbedingt mit großen Investitionen in die Informationstechnologie verbunden sein muss. Im Gegenteil, diese entfaltet ihre Funktion erst, wenn die kulturellen Rahmenbedingungen geschaffen sind.

 
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