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WeReo-Infobriefe

Die Potenzialanalyse: Damit ermitteln Sie zukunftsgerichtet Ihren Qualifizierungsbedarf

Kann das Unternehmen mit den vorhandenen Mitarbeitern den wachsenden Anforderungen der nächsten Jahre gerecht werden? Wo liegen die Stärken und Schwächen der einzelnen Mitarbeiter? Welche Maßnahmen sind erforderlich, um bislang nicht genutzte Stärken weiterzuentwickeln und für das Unternehmen nutzbar zu machen?

Während der Ansatzpunkt bei Personalbeurteilungsverfahren (siehe WeReo Info-Mailingliste vom 2.12.1999: "Die Ermittlung des Qualifizierungsbedarfs: Das Beurteilungsverfahren") die in der Vergangenheit erbrachte Leistung von Mitarbeitern ist, geht es bei der Potenzialanalyse um die Diagnose und Einschätzung von Entwicklungspotenzialen der Mitarbeiter für zukünftige Aufgaben. Die Potenzialanalyse wird vor allem bei Führungskräften eingesetzt, sie ist teilweise methodisch sehr aufwendig. Doch auch für Kleine und Mittlere Unternehmen, die das Potenzial ihrer Mitarbeiter optimal ausschöpfen und strategisch nutzen wollen, gibt es einfache Verfahren:

1. Mitarbeiter- und Fördergespräche
Regelmäßig stattfindende Gespräche mit den Mitarbeitern haben in der Regel zum Ziel, Rückmeldung über vergangenes Leistungsverhalten zu geben und getroffene Zielvereinbarungen mit den Arbeitsergebnissen abzugleichen. Diese Gespräche können aber darüber hinaus genutzt werden, um gemeinsam mit dem Mitarbeiter über dessen Stärken und Schwächen zu sprechen und künftige Ziele, Aufgaben und Veränderungen festzulegen. Wichtiger als alle Hilfsmittel wie umfangreiche Checklisten und Leitfäden ist eine aktive Beteiligung und eine offene Gesprächsatmosphäre, die es auch gestattet, dass der Mitarbeiter zu der Einschätzung des Vorgesetzten Stellung nehmen kann. Besonders die gemeinsame Zielvereinbarung über die zukünftige Entwicklung und Förderung ist sehr wichtig, denn nur ein Mitarbeiter, der seine persönlichen Wünsche und Entwicklungspotenziale in den Zielen berücksichtigt sieht, ist auch motiviert, sich dafür einzusetzen.

2. Assessment Center
Beim Assessment Center (AC) handelt es sich um ein systematisches Verfahren zur qualifizierten Feststellung von Mitarbeiterpotenzialen: Anhand von betrieblichen Aufgabenstellungen werden Situationen simuliert, in denen das Verhalten eines oder mehrerer Mitarbeiter beobachtet wird. Die Beobachtung erfolgt dabei von mehreren Personen: dies können mehrere Vorgesetzte oder auch externe Personen sein. Die auf diese Weise gewonnenen Potenzialaussagen der Beobachter können anschließend die Diskussionsgrundlage für Mitarbeiter- und Entwicklungsgespräche sein. Hauptkritikpunkt am AC als Methode der Potenzialermittlung ist, dass von dem gezeigten Verhalten in einer künstlich geschaffenen Situation auf zukünftiges Verhalten geschlossen wird.

3. Feedback-orientierte Einschätzungsverfahren
Neben dem Vorgesetzten werden weitere Personen mündlich oder schriftlich nach bestimmten Verhaltensmerkmalen des Mitarbeiters befragt. Dieses Feedback wird anschließend mit der Selbsteinschätzung des Kandidaten verglichen und es wird versucht, Entwicklungsmöglichkeiten abzuleiten. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass der betroffene Mitarbeiter seine eigenes Potenzial vor dem Hintergrund der Meinung anderer betrachtet.

Folgende Punkte sind bei der Analyse des Mitarbeiterpotenzials zu beachten, unabhängig davon, welches Instrument zum Einsatz kommt: - daran denken, dass eine Potenzialbeurteilung immer subjektiv ist (Beobachtungs- und Beurteilungsfehler), - nicht vergessen, dass das Potenzial eines Mitarbeiters nicht exakt gemessen, sondern lediglich geschätzt werden kann, - die Mitarbeiter in die Einschätzung ihrer Entwicklungsmöglichkeiten einbeziehen und - daran denken, dass nach einer Potenzialeinschätzung Förderungs- und Entwicklungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen.

 
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