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WeReo-Infobriefe

Gut geplant ist halb gewonnen – Planung und Organisation, der erste Schritt bei betrieblicher Qualifizierung


Es ist selbstverständlich, dass ein Unternehmen vor dem Kauf eines typischen Investitionsgutes, zum Beispiel einer Maschine für die Produktion, neben einer Kosten-Nutzen-Analyse auch Überlegungen hinsichtlich Nutzungsdauer, Kapazitätsauslastung, Maschinenbelegung usw. anstellt. Kurz: die Investition in ein Anlagegut wird vorher genau geplant.


Um so erstaunlicher ist es, dass Unternehmen die Planung und Organisation betrieblicher Weiterbildung eher oberflächlich betreiben, obwohl Weiterbildung von immer mehr Unternehmen durchaus als eine Investition in „Humankapital” gesehen wird.


Dabei ist die Planungsphase einer betrieblichen Qualifizierung von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Maßnahme: Je mehr diejenigen Faktoren, die betriebliches Lernen beeinflussen, bereits in dieser Phase mit bedacht werden, desto sicherer stellt sich der angestrebte Nutzen ein. Oder anders herum: Wenn eine Qualifizierung aufgrund unzureichender Planung und Organisation „in den Sand gesetzt” wurde, ist das darin investierte Geld, die Zeit und eventuell auch die Motivation der Teilnehmer verspielt, und man kann bestenfalls für die Zukunft daraus lernen.

Unabhängig davon, ob eine Qualifizierung intern oder mit Hilfe von externen Personen durchgeführt wird, sollten in der Planung und Organisation jeder Qualifizierung folgende Fragen beantwortet werden:


1. Zielklärung und –formulierung

Welcher Anlass liegt der geplanten Qualifizierung zugrunde?

Welches konkrete betriebliche Problem soll durch die Qualifizierung gelöst werden?

Was soll sich durch die Qualifizierung verändern (genaue Zielformulierung)?

Welche Personen müssen bei der Festlegung des genauen Themas mit einbezogen werden?

2. Zielgruppe

Nehmen alle wichtigen Personen an der Qualifizierung teil?

Inwieweit decken sich die persönlichen Ziele der Teilnehmer mit den Qualifizierungszielen?

Welche Erwartungen haben die Teilnehmer?

Welche Vorerfahrungen liegen vor (Lernerfahrungen und inhaltliches Vorwissen)?

3. Inhalte der Qualifizierung

Welche genauen Inhalte soll die Qualifizierung beinhalten?

Setzen die Inhalte am betrieblichen Problem / an den Teilnehmererwartungen an?

Wird die Umsetzung der Lerninhalte explizit thematisiert?

4. Methodik und Didaktik

Wie lassen sich die Ziele am besten erreichen?

Mit welchen Methoden kann aktives Lernen ermöglicht werden?

Welche Methoden “passen” zu den Teilnehmern?

Werden ausreichend Freiräume für eigene Beispiele und Übungen gelassen?

5. Organisatorische Rahmenbedingungen

Müssen neben der Qualifizierungsmaßnahme ergänzende, zum Beispiel organisatorische Maßnahmen ergriffen werden?

Ist der Lernort, an dem die Qualifizierung stattfinden soll, lernförderlich gestaltet (Raumgröße, Erreichbarkeit für die Teilnehmen usw.)?

Ist der Zeitpunkt so gewählt, dass er sowohl den betrieblichen Belangen als auch den Teilnehmern gerecht wird?

6. Wird die Maßnahme entsprechend nachbereitet?


Abschließend sei erwähnt, dass es weniger auf den Einsatz teilweise sehr aufwendiger Planungsinstrumente ankommt – dies würde am betrieblichen Alltag vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen vorbei gehen -, sondern darauf, sich die o.a. Aspekte bzw. Einflussfaktoren betrieblichen Lernens bewusst zu machen und diese bei der Planung und Organisation zu berücksichtigen.

 
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