Maßnahmen zu Sicherstellung des Lerntransfers
Wer kennt das nicht: Das Seminar ist zu Ende, die guten Vorsätze sind gefasst, und dann kommt das Alltagsgeschäft und vieles wird wieder vergessen. Wichtig ist es daher, den Lerntransfer zu sichern, d. h. sicherzustellen, dass das im Seminar Gelernte auch in die Praxis umgesetzt wird. Diese Praxisumsetzung kann durch verschiedene Maßnahmen unterstützt werden:
- Die Teilnehmer sollten in die Zielsetzung der Qualifizierungsmaßnahme eingebunden werden, damit sie wissen, aus welchen Gründen sie an der Maßnahme teilnehmen. Denn nur wenn sich die Mitarbeiter mit der Zielsetzung der Qualifizierungsmaßnahme identifizieren, engagieren sie sich bei deren Durchführung.
- Die Lernziele sollten realistisch gewählt werden: Unrealistische Seminarziele wie zum Beispiel Verhaltensänderungen in einem halbtägigen Seminar machen den Transfer von vornherein unmöglich.
- Der Transfer kann nicht erfolgreich realisiert werden, wenn schon die Bedarfsanalyse an der Problematik der jeweiligen betrieblichen Situation vorbeigeht. Aus diesem Grund ist das Arbeitsumfeld sorgfältig im Hinblick auf die Umsetzbarkeit der Trainingsziele zu analysieren.
- Bei der Konzeption des Schulungskonzepts sollten praxis- bzw. arbeitsplatzrelevante Beispiele und Problemstellungen behandelt werden. Wichtig ist es zum Beispiel, typischer Fehler und Problemsituationen zu besprechen.
- Abschließender Schritt im Seminar sollte ein Aktions- und Maßnahmenplan sein, bei dem die Teilnehmer einen Vertrag mit sich selbst schließen. Günstig ist es, diese individuell erarbeiteten Problemlösungen in einem Protokoll festzuhalten und allen Teilnehmer nach dem Seminar zuzuschicken. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich jeder Teilnehmer am Ende der Qualifizierungsmaßnahme seinen eigenen Erinnerungsbrief schreibt, der ihm zum Beispiel vier Wochen nach dem Seminar zugeschickt wird, um ihm die gefassten Vorsätze noch einmal bewusst zu machen.
- Die Teilnehmer sollten handlungsanleitende Dokumentationen und/oder beispielhafte Musterlösungen erhalten. Sofern diese in Handbüchern festgehalten sind, sollte deren Aufbau und Gebrauch im Seminar besprochen werden.
- Der Transfer sollte kontrolliert werden, um festzustellen, ob eine Anwendung des Gelernten am Arbeitsplatz tatsächlich erfolgt ist, welche Schwierigkeiten dabei aufgetreten sind, welche Gründe die Umsetzung eventuell verhindert haben und welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind. Hilfreich sind sich anschließende Follow-up Tage, die unter anderem dazu dienen, in der Praxis aufgetretene Probleme zu lösen.
- Der Arbeitsplatz sollten über die Ausrüstung verfügen, die in der Schulung benutzt wurde (z. B. bei EDV-Schulungen). Sofern diese noch anzuschaffen ist, ist darauf zu achten, das zwischen der Schulung und dem erstmaligen Erproben der erworbenen Fähigkeiten keine zu große Zeitspanne liegt.
- Am Arbeitsplatz sollten transferunterstützende Bedingungen geschaffen werden. So verhindert zum Beispiel Termindruck die nötige Beschäftigung mit den neuen Verfahren oder Problemlösungen.
- Zur Sicherung des Lerntransfers sind auch die Führungsebenen gefordert: Der Vorgesetzte sollte sich für den Bildungsprozess mitverantwortlich fühlen und seine diesbezügliche Funktion interessiert wahrnehmen. Hier helfen zum Beispiel strukturierte Mitarbeitergespräche, Transferbarrieren abzubauen.
- Dem Mitarbeiter sollte bei Umsetzungsproblemen ein betriebsinterner Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
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