Maßschneidern
von Weiterbildung - was genau ist das?
"Wir
machen maßgeschneiderte Weiterbildung für Ihr
Unternehmen". Dieser Slogan ist sicherlich jedem Unternehmen in
Broschüren und Flyern von Weiterbildungsträgern schon
begegnet. Nicht selten verbirgt sich dahinter aber ein mehr oder
weniger standardisiertes Seminarkonzept, welches aus Verkaufsgründen
als bedarfsgerechte Lösung angeboten wird.
Ein
kleines Beispiel soll verdeutlichen, was maßschneidern
bedeutet/was es nicht bedeutet:
Auf die
Frage eines Geschäftsführers an einen Weiterbildungsberater
"Wir wollen eine Verbesserung unserer Produktqualität
erreichen, können Sie uns dabei helfen?" antwortet der
Weiterbildungsberater: "Ja, da haben wir ein Informationsseminar
zum Thema Qualitätssicherung - wollen Sie das besuchen?".
Hier
handelt es sich offenkundig nicht um ein maßgeschneidertes
Angebot, das wäre es selbst dann nicht, wenn dieses Seminar im
Unternehmen durchgeführt würde.
Wenn der
Weiterbildungsberater hingegen durch strukturierende Fragen versucht,
die globale Äußerung zu differenzieren, um das zugrunde
liegende Problem und die eigentliche Zielsetzung zu identifizieren,
ist das ein erstes Anzeichen für maßgeschneiderte
Qualifizierung.
Ein
wirklich auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittenen
Weiterbildungskonzept kann nur in enger Zusammenarbeit mit dem
Unternehmen stattfinden. Dabei gilt: je mehr Hintergrundinformationen
in der Anfangsphase erfragt werden, desto besser kann eine
Qualifizierung tatsächlich auf ein Unternehmen zugeschnitten
werden.
Vor der
eigentlichen Durchführung einer Maßnahme sind folgende
Schritte zu durchlaufen:
* Eine
genaue Bedarfsanalyse (auch zwei- oder mehrstufig) ist eine
Grundvoraussetzung. In einer ersten Stufe kann Problem mit der
Geschäftsführung eingegrenzt und das Ziel festgelegt werden
(Grobdiagnose).
In einem
zweiten Schritt, der sogenannten Feindiagnose, werden unter
Einbeziehung der Zielgruppe die Rahmenbedingungen für eine
Weiterbildung erhoben und die genauen Inhalte festgelegt.
* Auf
der Basis der Bedarfsermittlung erfolgt die Angebotserstellung durch
den Weiterbildungsträger. Maßgeschneiderte Angebote müssen
mindestens folgende Punkte beinhalten:
Zielgruppe,
Lernziel, Lerninhalte, Lernmethoden, Dauer, Termin, Ort, Lernmittel,
Konditionen, Preis, Planung von Controlling- und
Transfersicherungsmaßnahmen.
*
Angebotsbesprechung mit dem Verantwortlichen im Unternehmen, wobei
die Wünsche und Vorstellungen der Zielgruppe mit einfließen
sollten
*
Anpassung des Konzeptes an die Vereinbarungen zwischen dem
betrieblichen Entscheidungsträger und dem Weiterbildungsberater.
Diese
Schritte sollten auf jeden Fall vor jeder maßgeschneiderten
Weiterbildung stattfinden. Bei der Bedarfsanalyse müssen keine
aufwendigen und oft langwierigen Instrumente zum Einsatz kommen. Eine
von KMU vom Kosten- und Zeitaufwand her gesehen gerne akzeptierte,
praxisnahe Lösung im Vorfeld der Qualifizierung ist die
Bedarfsermittlung in Form moderierter Gespräche.
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