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Die
Bausteine des Wissensmanagements
Ist
sich ein Unternehmen über die Ziele im klaren, die mit der
Einführung von Wissensmanagement erreicht werden sollen, gilt
es, ein an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasstes
Wissensmanagementsystem aufzubauen. Hierbei werden die vier im
folgenden beschriebenen Bausteine des Wissensmanagements jeweils im
Hinblick auf die besondere Situation des jeweiligen Unternehmens
ausgestaltet.
1.
Baustein: Inhalt und Kontext
Im
Anschluss an die Zielklärung ist zunächst zu definieren,
welches Wissen zur Erreichung der festgelegten Ziele nötig ist.
Anschließend sind die notwendigen Inhalte nach bestimmten
Schlüsselwörtern zu strukturieren. Dies ist notwendig, um
gezielt suchen zu können und das richtige Wissen zu
finden. Schlüsselwörter sind auch für den späteren
Ausbau des Wissensmanagementsystems notwendig. Sie bilden den
sogenannten Kontext, den man sich wie einen Wissensbaum
vorstellen kann, an den sich neue Inhalte anhängen lassen. Die
Strukturierung hilft außerdem Wissenslandkarten (Welches
Wissen ist wo im Unternehmen?) zu erstellen, Wissenslücken
zu identifizieren und gezielt neues Wissen zu erwerben.
2.
Baustein: Prozess
Der
Prozessaspekt wird bei der Einführung von Wissensmanagement
häufig vernachlässigt. Dementsprechend bleibt die Frage,
wie die kontinuierliche Pflege der Wissensbasis und deren Ausbau
sichergestellt wird, häufig ungeklärt. Fortdauerndes
Wissensmanagement ist aber kein Selbstläufer.
Unternehmen müssen Verantwortung und Rollen dafür
definieren und zuteilen, und der Geschäftsführung muss klar
sein, dass dies Ressourcen bindet. Häufig existieren in
Unternehmen schon Wissensprozesse, die jedoch meist nicht
zielgerichtet und systematisiert sind. Trotzdem ist es günstig,
erprobte Verfahrensweisen zu berücksichtigen.
3.
Baustein: Kultur
Eine
weitere Bedingung für erfolgreiches Wissensmanagement ist die
Bereitschaft zur aktiven Teilnahme am Wissensaustausch. Dieser
Baustein ist oft die größte Hürde, denn Gedanken wie
z. B. Was bekomme ich dafür, wenn ich Kollegen meine
Erfahrungen mitteile? führen häufig zu
kontraproduktivem Verhalten. Wissensaustausch muss daher von der
Unternehmensführung belohnt und anerkannt werden. Hier gibt
zahlreiche Möglichkeiten, begleitende Maßnahmen zu
entwickeln (z. B. Knüpfung der Teilnahme am Wissensaustausch an
die jährliche Leistungsbeurteilung).
4.
Baustein: Infrastruktur
Eine
große Versuchung bei der Implementierung von Wissensmanagement
ist die Informationstechnologie. Unternehmen bauen große
intranetbasierte Wissensmanagementsysteme auf, die später weder
gefüllt noch genutzt werden. Wichtig ist daher eine
pragmatische, auf die Unternehmensbedürfnisse abgestimmte
Infrastruktur, die Informationstechnologie enthalten kann, aber nicht
muss. Mit Infrastruktur ist vielmehr der gesamte Medienmix gemeint,
der beim Wissenstransfer eingesetzt wird. Dieser reicht von
Papierdokumenten und Bibliotheken bis zu Meetings und
Zweiergesprächen.
Angelehnt
an einen Beitrag von Karin Bergmann, Project Manager bei Arthur
D. Little Inc. in Wiesbaden.
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