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WeReo-Infobriefe

Die Neutralität des Moderators – eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Besprechungen


Arbeitsbesprechungen und Teamsitzungen sind in vielen Unternehmen ein heikles Thema: Oft sind sowohl Mitarbeiter als auch Vorgesetzte unzufrieden mit dem Verlauf und den Ergebnissen von Besprechungen.


Die Gründe sind vielseitig: dominierende Teilnehmer, hierarchiebedingtes Diktieren kombiniert mit zähneknirschendem Zustimmen, Abschweifen vom Thema, schlechtes Zeitmanagement. Dies sind nur einige Beispiele des alltäglichen Ärgers. Dennoch sind Besprechungen aber notwendig, denn trotz modernster Kommunikationstechniken sind persönliche Gesprächssituationen auch im beruflichen Leben wichtig. Nicht jedes Problem lässt sich auf elektronischem Wege klären.


Ein Lösungsweg wird häufig in der Moderation von Besprechungen gesehen. Moderation ist eine Methode zur Durchführung von betrieblichen Veranstaltungen, bei denen Kommunikation im Vordergrund steht. Sie wurde in den 60er Jahren von den Brüdern Eberhard und Wolfgang Schnelle erfunden und hat seitdem ernorme Verbreitung gefunden. Die genaue Begriffsbestimmung von Moderation ist allerdings schwierig, da eine Besonderheit dieser Vorgehensweise in der Vielfalt der möglichen Vorgehensweisen liegt. Allen Erscheinungsbildern gemeinsam ist jedoch, dass der Moderator anleitet und nicht leitet, d. h. der Moderator ist nicht für die Lösung des Problems verantwortlich, sondern er betreut lediglich den Problemlöseprozess, indem er den Kommunikationsprozess aufbaut und aufrechterhält.


In der betrieblichen Praxis beschränkt sich die Tätigkeit des Moderators allerdings häufig darauf, die Besprechungsteilnehmer der Reihe nach „dranzunehmen“. Eine gute Moderation verlangt vom Moderator jedoch vielfältigere Kompetenzen. Die wichtigste Voraussetzung ist seine inhaltliche Neutralität: Interessiert sich der Moderator selbst für das Thema der Sitzung, so ist es oft besser, eine andere Person zu wählen. Zu groß ist die Versuchung des Moderators, mitzudiskutieren oder die Beiträge der anderen Teilnehmer zu kommentieren.


Vielfach hat es sich sogar als günstig erwiesen, fachfremde Moderatoren zu wählen, denn für eine erfolgreiche Moderation ist fachliche Kompetenz nicht unbedingt erforderlich, und wer über fundierte Fachkenntnisse verfügt, hat meist auch eine Meinung dazu. Die fachliche Neutralität des Moderators ist in der betrieblichen Praxis jedoch häufig schwer zu gewährleisten, da der Moderator in vielen Fällen auch der „Veranstalter“ der Zusammenkunft ist. Neben der fachlichen Neutralität ist auch die persönliche Neutralität wichtig, damit sich der Moderator nicht von Sympathie und Antisympathie leiten lässt und die Teilnehmer entsprechend unterschiedlich behandelt. Solches Verhalten führt zu Spannungen unter den Besprechungsteilnehmern, was den Problemlöseprozess wiederum negativ beeinflussen kann.


 
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