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Open
Space Eine Methode zur Förderung lernender Organisationen
Open
Space ist eine von dem Amerikaner Harrison Owen entwickelte Methode,
die auf der Erkenntnis basiert, dass in vielen noch so gut
vorbereiteten Konferenzen die entscheidenden Dinge häufig in den
Pausen besprochen werden. Solche Pausen zeichnen sich dadurch aus,
dass sie selbstgestaltet sind, dass jeder der will, sich und seine
Themen einbringen kann, niemand gezwungen ist, nur zuzuhören,
die Gruppenzusammensetzung wechselt und man sich dem Zufall der
Begegnung überlassen kann. Diese Prinzipien versucht Owen mit
der Open Space Technologie umzusetzen. Damit fördert die Open
Space Methode Werte wie Neugierde, Eigeninitiative, Toleranz und
Verantwortung: Werte, die für lernende Organisationen von
erheblicher Bedeutung sind.
Eine
Open Space Konferenz erstreckt sich in der Regel über drei Tage,
deren inhaltlicher Ablauf weitgehend in der Hand der Teilnehmer
liegt. Vorgegeben sind nur das Rahmenthema sowie die zeitliche
Planung im Hinblick auf die Workshopzeiten und die Feedback-Runden im
Plenum. Hier gibt es morgens und abends News und
Diskussion.
Zu
Beginn der Konferenz werden die Teilnehmer mit den vier Prinzipien
von Open Space vertraut gemacht:
Wer
auch immer kommt, es sind die richtigen Leute!
Was
auch immer geschieht, es ist o. k.!
Es
beginnt, wenn es beginnt!
Wenn
es vorbei ist, ist es vorbei!
Die
Anwendung dieser Prinzipien ist für die Teilnehmer jedoch kein
Muss. Die einzige Verpflichtung im Open Space lautet Das Gesetz
der zwei Füße. Damit ist gemeint, dass jeder
Teilnehmer aus einem Workshop herausgehen soll, wenn er glaubt, im
Moment nichts zu lernen oder beitragen zu können. In diesem Fall
soll er seine zwei Füße benutzen und in einen
parallel laufenden Workshop gehen oder die Zeit verbringen, wie er es
möchte. Mit den Prinzipen des Open Space sollen die Teilnehmer
in einen Zustand der Veränderungsfähigkeit und
Selbstverantwortung versetzt werden. Allerdings geschieht die
selbstverständliche Praktizierung dieser Regeln nicht auf
einmal. Es ist ein Prozess der Zeit braucht. So werden die Regeln
meist am zweiten Tag intensiver und lockerer ausprobiert als am
ersten.
Nachdem
die Prinzipien für die Open Space-Arbeit bekannt sind, wird eine
Agenda entwickelt. Dabei ist die Grundidee, dass jeder Teilnehmer
potentiell Teilnehmer oder Referent ist, indem er die Möglichkeit
hat, selbst ein Thema anzubieten und auf der Agenda-Tafel zu
platzieren. Die Agenda wird also von den Teilnehmern vor Ort ad hoc
gebildet. Dies hat den Vorteil, dass auch genau die Themen genannt
werden, die momentan von Bedeutung sind.
Bei
der Teilnahme an den Workshops gibt es drei Möglichkeiten: als
aktiver Teilnehmer, als sogenannte Hummeln oder
Schmetterlinge. Die Hummeln suchen parallel
tagende Workshops auf und tragen ihr Wissen innerhalb der Workshops
weiter, während die Schmetterlinge zeitweise an
Workshops teilnehmen und die übrige Zeit damit verbringen,
Informationen und Impulse in informellen Gesprächen zu sammeln
und weiterzugeben. Die Ergebnisse der Workshops werden protokolliert
und stehen auf einem Marktplatz ständig zur
Verfügung.
Geleitet
werden Open Space Konferenzen von einem Facilitator. Er
erläutert die Regeln und stellt den Gesamtrahmen sicher.
Ansonsten erfordert seine Rolle aber eher Zurückhaltung, damit
der angestrebte Prozess der Selbstorganisation stattfinden kann.
Der
Abschlussteil der Konferenz wird je nach Thematik und Veranstalter
auf die besonderen Anliegen hin strukturiert. Es können zum
Beispiel gemeinsame Aktionsschritte vereinbart werden, oder es kann
ein Rahmen gegeben werden für die Organisation von Netzwerken
für die weitere Zusammenarbeit.
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