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WeReo-Infobriefe

Welchen Nutzen bieten Anforderungsprofile für die Mitarbeiterqualifizierung?

Maßgeschneiderte Qualifizierung setzt voraus, dass zunächst der Qualifizierungsbedarf ermittelt wird. Grundlage dafür sind Anforderungsprofile, die für jeden Arbeitsplatz die typischen Arbeitsanforderungen nach Art und Ausprägungsgrad enthalten. Sie ermöglichen damit einen Vergleich der Anforderungen einer Position mit den Fähigkeiten der Mitarbeiter. So können Qualifikationslücken festgestellt werden. Bei der Erstellung von Anforderungsprofilen lassen sich zwei grundlegende Strategien unterscheiden: Die "enge Qualifizierung" und die "weite Qualifizierung".

Bei der engen Qualifizierung werden die gewünschten Qualifikationen so beschrieben, dass sie gerade mit den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes übereinstimmen. Hier sind also die notwendigen Anforderungen einer Stelle aufzuzählen. Damit sind alle Merkmale gemeint, die vom Stelleninhaber unbedingt erfüllt sein müssen, damit er den Arbeitsplatz überhaupt ausfüllen kann. Beispiel für notwendige Anforderungen sind der Führerscheinbesitz bei Kraftfahrern oder Fremdsprachenkenntnisse bei Auslandskorrespondenten.

Vorteilhaft an der Strategie der "engen Qualifizierung" ist, dass sie geringere Kosten verursacht. Außerdem muss nicht damit gerechnet werden, dass Mitarbeiter infolge von Überqualifizierung unzufrieden werden. Auf der anderen Seite ist eine enge Qualifizierung nur dann zu vertreten, wenn in absehbarer Zeit keine wesentlichen Veränderungen in bezug auf die Arbeitsanforderungen zu erwarten sind. Sie ist also gerade in Zeiten permanenter Veränderungen nicht unbedingt empfehlenswert.

Eine alternative Strategie bei der Erstellung von Anforderungsprofilen ist die "weite Qualifizierung". Bei dieser Strategie werden neben den notwendigen auch wünschenswerte Anforderungen berücksichtigt. Wünschenswerte Anforderungen sind überfachliche Merkmale, die zwar für den jeweiligen Arbeitsplatz typisch sind, aber auch von aktiven Stelleninhabern noch erworben oder verbessert werden können. Nachteilig an der weiten Qualifizierung sind in erster Linie die höheren Kosten. Vorteilhaft ist jedoch, dass umfassend qualifizierte Mitarbeiter eher in der Lage sein werden, sich bei organisatorischen und technologischen Veränderungen an die neuen Erfordernisse anzupassen. Dieser flexible Personaleinsatz ist gerade in Zeiten des stetigen Wandels ein entscheidender Vorteil. Darüber hinaus entspricht die weite Qualifizierung im allgemeinen auch den Interessen der Mitarbeiter. Je umfassender deren Qualifikationen sind, desto größer sind im Falle des Ausscheidens aus dem Unternehmen ihre individuellen Chancen am Arbeitsmarkt.
 
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