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Probleme
lösen - eine erlernbare Fähigkeit?
Probleme
entstehen überall, wo gearbeitet wird und sind unvermeidlich.
Falsch ist es jedoch, Probleme als unlösbar zu betrachten und
sich mit ihnen abzufinden. Denn: Menschen können Kompetenzen
erlernen, die die systematische Analyse und Lösung von Problemen
ermöglichen und dienen damit der Organisationsentwicklung.
Betriebliche
Probleme können am besten von den Beschäftigten gelöst
werden, die direkt betroffen sind, da sie sich zum einen inhaltlich
am besten auskennen und zum anderen ein großes Interesse an der
Lösung des Problems haben. Der Vorteil der Problemlösung in
Gruppen besteht zudem darin, dass ein Maximum an Informationen
(quantitativer und qualitativer Natur) erreicht werden kann.
Im
Folgenden soll ein Modell zur Problemlösung vorgestellt werden:
das sogenannte Vier-Phasen-Modell zur Problemlösung in Gruppen,
das aus vier Phasen besteht:
Vorbereitung:
Festlegen der Gruppe, des Ziels und des Vorgehens
Definition
des Problems
Lösungsfindung
Beste
Lösung auswählen und umsetzen
Bei
diesem Modell ist Problem folgendermaßen definiert:
Die Abweichung eines bestimmten Ist-Zustandes von einem
vorgegebenen, gewünschten und/oder angestrebten Soll-Zustand.
Die Ursachen für die Abweichung sind unbekannt.
1.
Vorbereitung: Festlegen der Gruppe, des Ziels und des Vorgehens
Zu
Beginn muss als erstes die Zusammensetzung und der Umfang der Gruppe
festgelegt werden. Auf der einen Seite sollten alle Beschäftigten,
die von dem Problem betroffen sind, an der Arbeitsgruppe teilnehmen;
zum anderen darf die Gruppe auch nicht zu groß werden, da
ansonsten ihre Funktionalität zu stark eingeschränkt wäre.
Als
nächstes erfolgt die Festlegung des Ziels, das für alle
Teilnehmenden einheitlich, exakt und verbindlich sein muss (die
Festlegung erfolgt auf Grundlage der allgemeinen
Problembeschreibung).
Die
Vorbereitungsphase wird durch die Klärung des gemeinsamen
Vorgehens abgeschlossen. Dabei wird beispielsweise festgelegt, wer
die Sitzung moderiert, wer in welcher Form protokolliert und welche
Regeln bei dem Ablauf der Sitzung eingehalten werden sollen.
2.
Definition des Problems
In
der Definitionsphase schildert jeder Teilnehmer das Problem aus
seiner Sicht, damit ein möglichst umfassendes Bild des Problems
entwickelt werden kann. Dazu gehört beispielsweise die
Beschreibung des Ist- und des Soll-Zustandes. In einem zweiten
Schritt werden danach möglichst viele Hypothesen, die
vorstellbare Ursachen des Problems benennen, aufgestellt und geprüft.
3.
Lösungsfindung
Im
Prozess der Lösungsfindung werden von allen Beteiligten
Lösungsalternativen genannt, die zuerst nur gesammelt und nicht
bewertet werden. Hier bietet sich der Einsatz von Ideenfindungs- und
Kreativitätstechniken (wie beispielsweise Brainstorming) an.
Danach
werden Lösungskriterien aufgestellt, mit deren Hilfe man die
Brauchbarkeit der Lösung feststellen kann. Gleichzeitig sollten
mögliche Folgen der Lösung überlegt werden.
4.
Beste Lösung finden und umsetzen
In
der letzten Phase entscheiden sich die Beteiligten für die beste
Lösung. Danach wird überlegt, welche Maßnahmen zur
Umsetzung sinnvoll sind und wie diese konkret realisiert werden
können.
Die
vier Phase des Modells sind kein starres Korsett. So sind
beispielsweise jederzeit Unterbrechungen oder die Rückkehr zur
vorherigen Stufe möglich.
(Der
Text entstand in Anlehnung an: Gerhard Cornelli: Ein
Problemlösemodell. In: Training als Beitrag zur
Organisationsentwicklung. 1985, München/Wien.)
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