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WeReo-Infobriefe

Maßgeschneiderte Qualifizierung


Die Qualifizierung von Mitarbeitern ist genauso vom allseits verschärften Kostendruck betroffen wie alle anderen Unternehmensbereiche. Dies zwingt die Personalentwicklung dazu, von ihrer früheren Angebotsorientierung Abstand zu nehmen und nach der Kosten-Nutzen-Maxime zu handeln. Weiterbildung kann nicht mehr großzügig und unverbindlich für alle stattfinden, sondern muss genau auf den Mitarbeiter und die spezifischen Anforderungen seiner Aufgaben abgestimmt werden. Dies wird unter dem Stichwort “maßgeschneiderte Qualifizierung” diskutiert.


Maßgeschneiderte Qualifizierung verlangt zunächst, dass eine Bildungsbedarfsanalyse durchgeführt wird. Diese ermittelt den Inhalt und das Ausmaß des “Ist” und “Soll” an Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Beschäftigten und bestimmt anschließend die Diskrepanz zwischen beiden Größen. Die Bildungsbedarfsanalyse deckt somit die Qualifikationslücke auf, die mit Hilfe von Weiterbildungsmaßnahmen geschlossen werden soll.


Nachdem der Bildungsbedarf bestimmt worden ist, stellt sich die Frage, mit welchen Maßnahmen die Qualifikationslücken gedeckt werden sollen. Die Maßnahmen, mit denen Qualifikationslücken geschlossen werden können, sind außerordentlich vielfältig. Welche konkret ausgewählt werden, hängt vor allem vom jeweiligen Lernziel ab. Lernziele können kognitiv (Kenntnisse), motorisch (Fertigkeiten) oder affektiv (Werte, Einstellungen) sein. Diese drei Bereiche bestimmen die Wahl der Methode. So lassen sich kognitive Lernziele zum Beispiel durch einen Vortrag verwirklichen, wohingegen sich motorische Lernziele eher anhand von Demonstrationen und Übungen umsetzen lassen.


Im letzten Schritt stellt sich die Frage, wie der Transfer der Weiterbildungsmaßnahmen, d. h. die Übertragung der erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten auf den Arbeitskontext, sichergestellt werden soll. Hier gilt es insbesondere die lerntheoretischen Grundlagen zu beachten. Eines der älNeuen lerntheoretischen Prinzipien besagt, dass der Transfer um so höher ist, je größer die Anzahl identischer Reize in der Lern- und Arbeitssituation ist. Auf den beruflichen Alltag übertragen bedeutet dies, dass die Qualifizierung so genau wie möglich auf die Arbeitssituation zugeschnitten sein muß. So ist es zum Beispiel im Hinblick auf den Transfer günstig, Qualifizierungsmaßnahmen zu wählen, bei denen Realsituation und Lernort zusammenfallen (“training-on-the-job”). Allerdings läßt sich nicht alles on-the-job trainieren. So macht es zum Beispiel Sinn, ein Verhandlungstraining off-the-job durchzuführen, da ein Scheitern eines ungeübten Mitarbeiters in der entsprechenden Arbeitssituation das Unternehmen viel Geld kosten könnte. Grundsätzlich sollte aber immer darauf geachtet werden, dass die Inhalte der Weiterbildungsmaßnahme in einem konkreten Bezug zur Praxis stehen, also arbeitsnah geplant und nicht zu akademisch ausgerichtet sind.


 
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