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Die Zertifizierung von Weiterbildungsanbietern: Voraussetzungen


Die Einführung eines normenkonformen Qualitätsmanagementsystems stellt für jedes Unternehmen eine große Aufgabe dar, die mit erheblichem Zeit-, Kosten- und Personalaufwand verbunden ist. Daher sollten prinzipiell zu Beginn eines Zertifizierungsprojekts die Grundvoraussetzungen für ein solches Vorhaben geprüft werden. So ist es zum Beispiel von großer Bedeutung, dass neben den notwendigen Kapazitäten und Mitteln auch eine positive Einstellung aller Mitarbeiter und der Unternehmensleitung vorhanden ist. Alle müssen sich zu dieser Form des Qualitätsmanagements bekennen und bereit sein, sich dafür zu engagieren, um eine optimale Plattform für ein Zertifizierungsprojekt zu schaffen. Daher sollte von Beginn an klar herausgestellt werden, dass keine Regelungen "mit Gewalt" eingeführt werden.


Neben diesen Grundvoraussetzungen ist es schwierig, allgemeingültige Aussagen über die "idealen" Ausgangsbedingungen für ein Zertifizierungsprojekt zu treffen. Trotzdem versuchen Wouter und Van den Berghe (1998) in der folgenden Aufzählung, die zehn wichtigsten Voraussetzungen zu beschreiben:


1. Der Bildungsanbieter verfügt bereits über gute organisatorische Voraussetzungen.

2. Es wird zumindest indirekt bereits eine Qualitätspolitik verfolgt, deren Normen ernst genommen werden.

3. Tätigkeitsbereich und Mitarbeiterstamm des Weiterbildungsanbieters bleiben relativ stabil, d. h. es sind keine bedeutenden Veränderungen wie Expansion oder Umstrukturierungen geplant.

4. Es liegen umfangreiche Kenntnisse über alle internen Abläufe vor.

5. Eine Vielzahl der Dokumente wird bereits normgerecht erstellt.

6. Das Unternehmen ist finanziell gesund.

7. Ein qualifizierter, motivierter und überzeugender (hoch angesehener) Mitarbeiter übernimmt die Koordinierung der Umsetzung.

8. Die oberste Leitung ist vom Wert der Zertifizierung überzeugt und setzt sich für sie ein.

9. Die Zahl unterschiedlicher Kunden-, Produkt- und Dienstleistungen ist gering.

10. Es handelt sich um eine kleine Organisation mit nur wenigen Abteilungen und maximal einigen Duzend Mitarbeitern.


Sind die aufgeführten Voraussetzungen erfüllt, kann die Organisation das Zertifizierungsprojekt unbesorgt in Angriff nehmen. Treffen jedoch nur wenige oder keine dieser Bedingungen zu, ist die Zertifizierung ein langer und beschwerlicher Prozess. In jedem Fall ist es von Vorteil, wenn auf professionelle Beratung oder die Erfahrung ähnlicher Organisationen, die die Anforderungen bereits erfüllen, zurückgegriffen werden kann.


Literatur:

Wouter und Van den Berghe (1998). Anwendung der ISO-9000-Normen in der allgemeinen und der beruflichen Bildung. Berufsbildung, Nr. 15, 22-30.

 
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