WeReo-Infobriefe
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Lernpotential
im Unternehmen oft unterschätzt
Bildungspolitiker,
Personalchefs und Unternehmensberater sind sich
einig:
Lebenslanges Lernen heißt die Devise für alle Mitarbeiter
in
Unternehmen.
Denn immer neue Anforderungen bringen einen wachsenden
Bedarf
an neuen Qualifikationen mit sich.
Doch
in vielen Unternehmen ist die Devise des beständigen Lernens
eher
ein
frommer Wunsch als eine Realität. Ausgaben für Lernen
werden
vielfach
als Belastung denn als Investition in die Köpfe der
Mitarbeiter
betrachtet. Und das Lernpotential in Unternehmen wird
meist
unterschätzt.
Welches
Lernpotential eine Tätigkeit bietet, welche fachlichen,
methodischen
und sozialen Lernanforderungen sie stellt, wird
wesentlich
durch die Art der Arbeitsorganisation bestimmt. Tätigkeiten
mit
geringem Arbeitsinhalt, wie kurzzyklische Montagearbeiten am Band,
stellen
nicht nur geringe Qualifikationsanforderungen dar, sie bieten
auch
kaum Potential, Neues zu lernen. Wird Lernen nicht kontinuierlich
gefordert,
führt dies dazu, dass auch die Bereitschaft und Fähigkeit
zu
lernen geschwächt werden.
Lernen
soll zum Erfolg beitragen. Dies setzt voraus, dass das Wissen
in
Entscheidungen und Aktionen umgesetzt werden kann. Wenn neue
Handlungen
gelernt werden sollen, setzt dies Vergleichs- und
Rückkopplungsprozesse
voraus. Neues muss als solches erkannt werden.
Bei
seiner Anwendung muss geprüft werden, inwieweit es realisiert
werden
konnte. Lernt man nicht nur allein, sondern auch im Team,
vergrößern
sich die Chancen, Vergleiche zu ziehen, Feedback und
Unterstützung
zu bekommen.
Hintergrundwissen
aus der Lerntheorie:
Unter
Lernen wird im allgemeinen der Aufbau von Wissen verstanden, das
zukünftiges
Verhalten regulieren kann und das im Rahmen von
Informationsverarbeitungsprozessen
erworben wird. Dies kann
zielgerichtet
und absichtsvoll erfolgen, wie in der schulischen und
beruflichen
Aus- und Weiterbildung, oder beiläufig im täglichen
(Arbeits-)
Leben. Das nicht beabsichtigte Lernen ist
dabei
noch weit häufiger als das absichtsvolle und zielgerichtete.
Dennoch
wird gerade in Unternehmen das Lernen im Arbeitsprozeß häufig
vernachlässigt.
Während unserer Arbeit lernen wir Dinge hinzu
(Hinzulernen),
erhalten das Gelernte, indem wir es anwenden
(Erhaltungslernen),
oder wir verlernen Dinge, weil wir sie nicht mehr
üben
oder sich widersprechende Inhalte lernen (Verlernen).
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